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Angekündigt von über 100 Trompetern und Paukern, treten sie am 14. November 1475 im Landshuter Münster zu St. Martin vor den Traualtar: Herzog Georg der Reiche von Bayern/Landshut und Hedwig, Tochter des Polenkönigs Kasimir IV. Gesehen hatten sich die beiden vorher noch nicht. Die Verbindung war auf politischer Ebene in schwierigen Verhandlungen vorbereitet worden und sollte neben einer Stärkung des in Größe und Bedeutung ohnehin respektablen Herzogtums Bayern/Landshut ein “Nutz sein für Reich und Christenheit.”
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Das “echte” Brautpaar:
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Die Hochzeit wird ein rauschendes Fest: In Anwesenheit des europäischen Hochadels und mit aller Prunkenfaltung des ausgehenden Mittelalters hält der Vater des Bräutigams, Herzog Ludwig der Reiche, alle Gäste und Bürger der Stadt eine Woche lang zechfrei. Kein Wirt darf Essen und Trinken für Geld ausgeben und 146 Köche der herzoglichen Hofküche sorgen für das leibliche Wohl von Gästen und Einwohnern. Auch die insgesamt 8.863 Pferde der Besucher werden über “Futterzettel” vom herzoglichen Hof verpflegt.
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Über die während der Festwoche verzehrten speisen und Getränke wird von Geschichtsschreibern genauestens Buch geführt.
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Einen tiefen Blick in die damalige Speisen- und Getränkekarte und den Verbrauch werfen Sie hier:
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Der Herzog gibt für die Hochzeit 60.766 Gulden aus, das sind nach heutiger Kaufkraft viele Millionen Euro.
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Der Landshuter Rathaussaal wird im Zuge eines Umbaus neu ausgestaltet. Vier als versierte Historienmaler ausgewiesene Münchner Künstler erhalten den Auftrag, die Hochzeit Herzog Georgs als die größte historische Begebenheit der Stadt zu thematisieren. So entstehen in Anlehnung an detailgenaue Berichte der Chronisten lebensgroße und sehr echt wirkende Wandgemälde mit Szenen aus dem Brautzug der Landshuter Fürstenhochzeit
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Zwei Landshuter Bürger haben eine Idee: Angeregt durch die schon fast lebendigen Wandgemälde im Rathaussaal und nicht ohne Stolz auf die prunkvolle Geschichte ihrer Stadt wollen sie die “Landshuter Hochzeit” als Historienspiel zu neuem Leben erwecken. Sie gründen hierzu den Verein “Die Förderer”, der im Bürgertum und der Geschäftswelt breite Unterstützung findet. So kann sich bereits ein Jahr später ein erster Festzug von 248 mittelalterlich kostümierten Landshuter Bürgerinnen und Bürgern auf den Weg durch die festlich geschmückte gotische Altstadt machen. Das war der Anfang der gelebten Erinnerung an ein Ereignis höchster politischer und gesellschaftlicher Bedeutung, dessen heutige historische Detailtreue in der Fachwelt unbestritten ist.
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Die “Landshuter Hochzeit” wird derzeit alle vier Jahre aufgeführt. Als Höhepunkt gilt der an vier Sonntagen stattfindende Hochzeitszug, der den prunkvollen Einzug der jungen Braut mit den Gästen aus Polen und Deutschland, begleitet von Kaiser und Fürsten, Rittern, Gesandten und Bürgern, Musikanten, Reisigen und Bettelvolk, wiederspiegelt. Mehrere Hundertausend Besucher erleben ein glanzvolles Stück Mittelalter in einem der schönsten Straßenzüge Altbayerns.
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Die letzte Aufführung der “Landshuter Hochzeit” fand vom 27.06.2009 - 19.07.2009 statt. Die nächste Aufführung gibt es erst wieder 2013.
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