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Die Fanfare

Die Fanfare hat es nicht einfach: Der Begriff meint in seiner ursprünglichen Bedeutung nicht ein besonderes Instrument, sondern bezeichnet im Französischen jede Art von Bläsersignal (z.B. auch Jagdsignal). Diese Bedeutung steht in Zusammenhang mit der ursprünglichen Funktion der Blechblasinstrumente, die im frühen Mittelalter als Heroldsinstrumente aus dem Orient übernommen wurden und vor allem höfisch-militärischen Zwecken dienten. Entsprechend wurden in Frankreich und Italien seit dem 19. Jahrhundert auch Militär- und andere Blechblaskapellen "Fanfare" genannt.

In Deutschland wurde der Begriff "Fanfare" aus dem Französischen entlehnt; Musik dieser Art fand beispielsweise Verwendung "bey allerley Freuden-und Gallatagen". Trompeter und Pauker führten sie oft auch aus dem Stegreif aus.

Heute wird mit "Fanfare" umgangssprachlich die Fanfaren-Trompete bezeichnet. Hier handelt es sich um eine meist in Es gestimmte Naturtrompete, die "ausgerollt" zwei Meter lang ist. Die Naturtrompete ist ein Instrument ohne Ventile oder andere stimmungsverändernde Vorrichtungen. Sie kann nur Naturtöne, also ganzzahlige Vielfache des Grundtones, erzeugen. (Deshalb greifen die "Kaiserlichen" bei ihrer Besetzung gerne auf "Naturburschen" zurück...)

(Quelle: Metzler "Sachlexikon Musik" 1998; Reclams Musikinstrumentenführer 1998)

Seit der letzten Aufführung der Landshuter Hochzeit 2013 wurden für die Gruppe neue Instrumente nach historischen Vorlagen angeschafft - sogenannte Trumeten.

Seitdem werden die Kaiserlichen Fanfarenbläser auch die Kaiserlichen Trumeter genannt.

Trumete der Kaiserlichen,  mit unserem Emblem, dem Doppeladler        Die Fanfare - im Einsatz bis 2009

Die Trumete

Die Fanfare

Kaiserliche Trumeter und Pauker zu Pferd

eine Gruppe der Landshuter Hochzeit 1475

Die Pauken

Die Pauke war schon im frühesten Altertum vielen Völkern bekannt und gehört daher in ihren verschiedenen Formen zu den ältesten Instrumenten. Das Ursprungsland des heute als "Kesselpauke" bezeichneten Instruments ist nicht mehr genau feststellbar. Es läßt sich jedoch nachweisen, daß im Jahre 1457 im Gefolge einer magyarischen Gesandtschaft größere Kesselpauken nach Lothringen gelangten, wo sie großes Aufsehen erregten. Die deutsche Bezeichnung "Pauke" stammt möglicherweise vom urindogermanischen "buk", d.h. "brüllen"; der Name wird aber auch mit dem chinesischen "pok" (gleichbedeutend mit Trommel) in Verbindung gebracht. Die Pauke ist ein Schlaginstrument, bei dem die Tonhöhe ausnahmsweise genau bestimmt und "eingestellt" werden kann. Dadurch bot es sich an, die Pauken meist paarweise einzusetzen, wobei eine im Grundton der jeweils verwendeten Tonart und die andere in der Quint oder Quart gestimmt wurden. Nachdem auf den damals gebräuchlichen Pauken nur jeweils zwei bis drei Töne "schön" klangen, konnte das erforderliche Intervall nur durch unterschiedliche Durchmesser von Fell und Kessel erreicht werden.

Bei den in Deutschland anfänglich verwendeten Pauken wurde das Fell noch durch komplizierte Verschnürungen nach orientalischer Art befestigt und gespannt. In der weiteren Entwicklung zog man das Fell über Holz-oder Eisenreifen, wodurch es mit einem darüberliegenden Zugring über den Kessel gespannt und fixiert werden konnte. Die Fellspannung und damit die Tonhöhe waren durch Flügelschrauben am Zugring und Widerlager am Kessel variierbar. Als Felle verwendete man ungegerbte und nicht mit Kalk behandelte Kalbs- oder Eselshäute. (Quelle: Breitkopf & Härtel, "Die Instrumentation 10"; Wecking "Paukenschule" 1949.)

Bei den "Kaiserlichen" waren bis 2004 Pauken mit getriebenem Kupferkessel und Kalbsfellen in Benutzung, die etwa 100 Jahre alt waren. Ihre Gebrauchsfähigkeit hat im Laufe der Jahre soweit nachgelassen, daß sie ersetzt werden mußten. Ab 2005 kommt daher eine Neuanfertigung der Firma “lefima” nach historischem Vorbild zum Einsatz. Für die Verwendung auf dem Pferd sind auch diese Pauken analog der vormaligen Konstruktion mit einem Eisenrahmen verbunden, der auf den dazugehörigen Spezialsattel aufgeschraubt werden kann. Als Besonderheit weist der Zugring nicht die üblichen Flügelschrauben auf, sondern ist mit unauffälligen Vierkantschrauben versehen, die zum Stimmen einen entsprechenden Schlüssel erfordern. Die wichtigste Aufgabe des Paukers besteht darin, zumindest beim Festzug diesen Schlüssel nicht zu verlieren... Dies gilt in gleichem Maß für die alten und die neuen Pauken.

Der Krug

 

Das wichtigste Instrument der Gruppe, insbesondere bei hohen Festzugtemperaturen. Er klingt niemals hohl, obwohl sein Inhalt oft ein Geheimnis bleibt.  Ein Dank an unsere unermüdliche Marketenderin Marion für die stets optimale Befüllung.